Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lukas 10,16a)
Jesus traut seinen Jüngern schon einiges zu.
Und er mutet ihnen auch einiges zu. In seiner Aussendungsrede an die zweiundsiebzig Jünger, wie sie uns in Lukas 10 überliefert ist, sagt er offen, dass sie es schwer haben werden auf ihrem Weg. Allen Ernstes sollen sie ohne Schuhe, ohne Tasche und ohne Geld losmarschieren und die Frohe Botschaft in die Welt tragen. Hie und da werden sie Menschen finden, die für das Evangelium des Friedens durch Christus offen sind und den befreienden Glauben annehmen. Sie werden aber auch in Häuser kommen, in denen man sie ablehnt und unverrichteter Dinge wieder wegschickt. Wie Lämmer werden sie sein mitten unter Wölfen – dieses drastische Bild verwendet Jesus bei seiner Sendung. Beängstigend.
Und dennoch sind die Jünger der Sendung Jesu gefolgt.
Woher nahmen diese ersten Missionare den Mut, ein solches Wagnis einzugehen? Sich Anfeindung, Ablehnung, ja vielleicht sogar Verfolgung auszusetzen, verlangte nicht nur Mut, sondern auch Opferbereitschaft und Leidensfähigkeit.
Der Satz „Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich“ gibt dieser Leidenssituation eine neue Perspektive. Hinter jedem, der offen und mutig für die Wahrheit des Glaubens eintritt, steht Christus selbst und stärkt ihm den Rücken. Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, sondern mit dem Wissen: Wir stehen nicht allein, wenn wir andere zu überzeugen versuchen, sondern Christus ist an unserer Seite. Und wer uns ablehnt, der lehnt auch ihn ab. Wer uns aber vertraut, der vertraut auch ihm.
Uns Christen heute mutet Christus auch einiges zu. Wir leben in einer Gesellschaft, in der nicht nur eine kirchenferne, sondern mittlerweile regelrecht kirchenfeindliche Gesinnung begegnet. Da erfordert es schon einigen Mut, offen für seine christliche Überzeugung einzutreten. Wer nach Gottes Willen zu leben versucht, Gemeinde mitgestaltet, in den Gottesdienst geht, seinen Mitmenschen mit Toleranz und Herzenswärme begegnen will und um Ehrfurcht kämpft vor allem, was lebt, riskiert nicht nur belächelt, sondern sogar abgelehnt und angefeindet zu werden.
Wie gut, zu wissen, dass wir dabei nicht allein sind. Wir haben einander. Und wir haben Christus an unserer Seite, der uns mit seiner Kraft den Rücken stärkt.