Und der König wird ihnen antworten: Amen, das sage ich euch: Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend sind –, das habt ihr für mich getan. (Matthäus 25,40b; BasisBibel)
Eine war alt geworden. Und ihr habt ihr eine Freude bereitet, habt sie besucht, ihre Haare gekämmt, habt sie mit Essen versorgt und sie wissen lassen: Wir kümmern uns um dich.
Einer war Opfer des Kriegs zwischen Israel und Palästina. Und ihr habt alles für den Frieden getan, was in eurer Macht steht. Ihr habt eure Stimme genutzt, an Friedensgebeten und Friedensdemonstrationen teilgenommen.
Eine war heimatlos. Und ihr habt sichere Korridore geschaffen, dass sie bei euch Zuflucht findet, habt Kirchenasyl gewährt, Deutschkurse organisiert.
Einer war traumatisiert. Und ihr habt ihm psychologische Hilfe organisiert, seine Grenzen gewahrt, Geduld gehabt.
Eine war allein. Und ihr habt ihr Gemeinschaft geschenkt, sie angerufen, ihr Blumen vor die Haustür gestellt.
Und die zu seiner Rechten werden fragen: „Wann haben wir all das für dich getan, Jesus?“ Und der König wird ihnen antworten: „Amen, das sage ich euch: Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend sind –, das habt ihr für mich getan.“
Dann wird er zu denen links von sich sagen: „Geht weg von mir! Gott hat euch verflucht. Ihr gehört in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist“ (Vers 41).
Eine war alt geworden. Und ihr habt euch über das Kramen im Portemonnaie an der Kasse geärgert; ihr habt euch nicht um einen Pflegedienst für sie gekümmert, habt sie verlacht und vernachlässigt.
Einer war Opfer eines Krieges. Und ihr habt euch nicht mit euren Privilegien für den Frieden eingesetzt, sondern weitergemacht wie immer, weil ihr meintet, der Krieg betrifft euch nicht. Eine war heimatlos. Und ihr seid auf Menschen und ihren Parolen samt Ideologien reingefallen, die die Grenzen gänzlich dicht machen wollen, die Seenotrettung kriminalisieren und keinerlei Zuflucht bieten. Einer war traumatisiert. Und ihr habt ihn nicht ernstgenommen, habt ihn verlacht, ihm nicht geglaubt, ihm nicht geholfen.
Eine war allein. Und ihr seid unter euch geblieben. Dann werden auch sie antworten und fragen: „Wann haben wir all das nicht für dich getan, Jesus?“ (Vers 45) Da wird er ihnen antworten: Amen, das sage ich euch: Was ihr für andere nicht getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend waren –, das habt ihr für mich nicht getan!