14. Juli 2024 - 7. Sonntag nach Trinitatis - "Gemeinsam zusammen"

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. (Epheser 2,19)

Wer schonmal umgezogen ist, weiß: Damit ich am neuen Ort bald heimisch werden kann, braucht es dort Menschen, die mich freundlich aufnehmen. Der Epheserbrief ist an Leute geschrieben, die solche Erfahrungen kannten. Die einen wussten, wie das ist, fremd zu sein. Die anderen wussten, wie das ist, wenn Fremde kommen und gerne dazugehören möchten.

Die einen, die anderen – das sind die Judenchristen und die Heidenchristen. Die Judenchristen sind Menschen, die (wie der Name schon sagt) im jüdischen Glauben, in der jüdischen Tradition großgeworden waren, bevor sie zum christlichen Glauben fanden. Und die Heidenchristen waren ursprünglich in einem „heidnischen“ Glauben groß geworden.
Bei den Judenchristen gab es Leute, die sagten: Wir waren zuerst da. Wir sind also die Hausherren. Die, die hier in der Gemeinde neu dazukommen, die müssen sich nach uns richten.

Und bei den Heidenchristen gab es Leute, die fanden: Die mit ihren Traditionen, die sind schon sehr von gestern. Wir sind die Zukunft. Die anderen sollten sich nach uns richten.
Die beiden Gruppen waren einander ziemlich fremd, obwohl sie beide getauft waren, beide zur christlichen Gemeinde gehörten. Der Epheserbrief redet beiden ins Gewissen. Natürlich seid ihr unterschiedlich. Aber denkt ihr bitte daran, dass ihr beide zu Gott gehört? Er ist der Gastgeber. Nicht ihr. Er ist der Hausherr, nicht ihr. „Ihr seid Gottes Hausgenossen!“ Ihr gehört zu seiner Familie. Da ziehen nicht die einen bei den anderen ein, sondern ihr seid allesamt bei ihm eingezogen.

In Gottes Haus wohnen wir nicht allein. Da geht es dank unserer verschiedenen Prägungen und Auffassungen ziemlich bunt zu. Das ist wunderbar und manchmal anstrengend.
Aber wir sind allesamt Gott willkommen. Darum sollen wir auch andere willkommen heißen und einander annehmen, wie Christus uns angenommen hat. Damit wir gemeinsam erleben: Wir sind „nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ - Gemeinsam zusammen!

Ein gesegnetes Wochenende und eine gute Woche wünscht Ihnen

Pfarrer Achim Gerber