Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Epheser 2,8)
Weitere k.o.-Spiele stehen uns bei der Fußball WM in der kommenden Woche bevor. Immer weniger Teams sind dabei, ein Team nach dem anderen muss die Heimreise antreten. Irgendwie Zielgeradenatmosphäre.
Die Flut an Fußballübertragungen, Interviews, Sondersendungen wird abnehmen, alles konzentriert sich auf das Entscheidende, den Einzug ins Halbfinale, Finale. Und schon sind die „Zurückblicker“ in den Redaktionen unterwegs und fragen. Was hat entschieden? Waren es die besseren Einzelspieler, "die Superstars machen den Unterschied", der ausgebufftere Trainer oder das perfektere Spielsystem?
Rückblick auf ein perfektes Spielsystem. So kommt mir der Wochenspruch für diese Woche vor. Systemisch irgendwie, weil so kompakt, fast formelhaft, fast bewegungslos. Aber doch, wissen wir, steckt alles Entscheidende drin! Rechtfertigungslehre durch und durch. Das beste Spielsystem in Glaubensdingen! Ein heiliges Spiel. Luther hat aus dem dynamischen „gerettet worden“ eher einen Zustand gemacht: Seligkeit. Gnade ist beides: Wo wir gerettet werden (dynamisch), sind wir selig (Zustand). Rettung und Seelenheil sind Gabe Gottes. Jeder, der schon mal akut aus etwas gerettet wurde, weiß das. Dass wir den Zustand „selig“ haben, ist schwieriger zu verstehen, da spricht oft die Erfahrung dagegen. Gegen die Erfahrung steht aber dann der Glaube. Der verweist auf diese lebenslange Bewegung hin: Vertrauen mit und gegen alle Erfahrung.
„Fahre hinaus, wo es tief ist.“ Das Evangelium des Sonntages (Lukas 5, 1-11) zeigt es an Petrus. Wider die Erfahrung von leeren Netzen auf volle vertrauen, den Sinn am sinnleersten Punkt finden, in der Tiefe das Höchste antreffen. Gott und unser Seelenheil. Vorläufig. Vorrunde überstanden. Halbfinale überstanden. Ins Endspiel gekommen.