Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. (2 Korinther 13,13)
Irgendwo in Bayern: der Kirchenvorstand, die Dekanatssyndode trifft sich. Den Anfang der Beratung markiert eine Andacht, die häufig mit diesen Worten eingeleitet wird: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Die Anwesenden antworten und murmeln ein Amen. Und dann beginnt die Andacht und danach die weitere Tagesordnung.
Was tun wir da, wenn wir diese Worte an den Beginn eines Treffens, eines Gespräches, eines Austauschs, einer Beratung stellen? Wir tun das: Wir bitten Gott in unsere Mitte.
In die Mitte unserer Gemeinschaft, in die Mitte unseres Themas, in die Mitte unseres Seins.
Eine wirkungsvolle Mitte, mit Worten, die das göttliche Wirken an uns Menschen beschreiben: Gnade, Liebe, Gemeinschaft.
Alle haben es gehört. Und dann gehen die Beratungen und Gespräche los. Und es läuft wie immer. Oder gerade nicht?
Was tun wir da, wenn wir den dreieinigen Gott in unsere Mitte bitten? Ihm zutrauen, dass er seinen Segen auf diese Begegnung legt. Dass uns miteinander Ohren und Augen aufgehen für sein Wirken in unseren Themen und Fragen. Dass wir sein Wirken aufgreifen und zu unserem Thema machen, worüber wir auch gerade reden: Wenn wir über Gebäude und Gemeinderäume und Konzeptionen sprechen, dass sie Begegnungsräume sein dürfen, Segensräume für Gottes Wirken, seine Gnade, seine Liebe. Dass es offene Räume sein dürfen: Offen für alle Generationen, offen für unterschiedlichste Glaubensrichtungen, offen für Gäste, offen für Gott, der die Begegnungen segnet.
Wenn wir über Feste und Veranstaltungen reden: dass es nicht nur Events sind, sondern dass Gottes Wirken und Segen seinen Platz haben darf an unserem Tisch, in unserem Feiern. Wie immer das in der Vorbereitung und Gestaltung aussehen mag – vielleicht eine Segensecke, eine Kerzenecke, ein Segenswort zu den verdutzten Konzertbesuchern, etwas ganz anderes?
Wenn wir über die Zukunft der Kirche reden: dass es nicht nur um Rückzug geht, sondern mindestens so sehr um geöffnete Türen. Dass es nicht nur um Einschränkungen geht, sondern mindestens so sehr um Entschränkungen. Dass es nicht nur um das Verabschieden geht, sondern mindestens so sehr um Hoffnungsgrüße.
All das stellen wir an den Beginn einer Beratung, einer Begegnung, wenn wir zuallererst hören: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Wir bitten Gott an unseren Tisch.