„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28)
Mühselig und beladen? Davon kann jede und jeder von uns ein Lied singen.
Unser Alltag mit seinen Verpflichtungen und Aufgaben kommt uns oft mühselig vor. Ob das am Arbeitsplatz ist, im Haushalt oder in der Schule, viele unserer Tätigkeiten wiederholen sich immer und immer wieder.
Augenzwinkernd sagt man uns, wir sollten uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. Aber das war er ganz sicher nicht, dieser bedauernswerte Mann aus der griechischen Mythologie, der für immer und ewig einen Felsblock einen Berg hinaufwälzen musste, der kurz vor dem Gipfel wieder ins Tal rollte – eine sinnlose, nie endende Tätigkeit. Glücklich war er nicht, und wir sind es auch nicht, wenn die Anforderungen unseres Alltags immer und immer wiederkehren, als seien sie ein Felsblock, der ständig wieder vom Berg hinunterrollt. Das ist mühselig.
„Beladen“ geht darüber sogar noch hinaus: Es ist nicht nur unser Körper, dessen Energie wiederholt gefordert wird. Es ist auch unsere Seele, die oft Schweres mit sich herumschleppt: Schuld, die wir auf uns geladen haben, verpasste Gelegenheiten, schlechtes Gewissen, Trauer um Vergangenes, Sorge vor Zukünftigem. Beladen an Leib und Seele – genau so stehen wir im Leben und letztlich auch vor Gott.
Christus bietet uns an, uns zu erquicken; zu entlasten von den harten Brocken auf unserer Seele und uns zu befreien von der Mühsal des Lebens. Wie soll das möglich sein?
Mit den meisten Tätigkeiten, mit den meisten Anforderungen, die wir an uns selbst stellen, versuchen wir uns selbst und anderen zu beweisen, dass wir leistungsfähig, belastbar und perfekt sind. Mit dem Bild, das wir nach außen zeigen, wollen wir unseren Selbstwert bestätigen: Ich kann etwas. Ich bin etwas. Ich bin etwas wert.
Christi Geist will uns davon befreien. Seine Botschaft an uns ist: Du, Menschenkind, bist so geliebt, wie du bist. Leistung und Perfektion ist nicht das, was Gott sich von uns wünscht. Sondern Dankbarkeit für das, was wir haben, und Demut in dem, wie wir handeln.
Die meisten Versäumnisse oder Fehler, die auf unserer Seele lasten, halten wir selbst für unverzeihlich. Eben weil wir nicht in der Lage sind, sie rückgängig zu machen.
Christi Geist will uns davon entlasten. Seine Botschaft an uns ist: Du, Menschenkind, bist versöhnt mit Gott. Wenn du echte Reue zeigst, schenkt er dir einen neuen Anfang. Selbst wenn andere dir noch gram sind, Gott hat dir vergeben.
Das zu wissen, entlastet und befreit.