3. Sonntag nach Trinitatis - 21. Juni 2026

„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“  (Lukas 19,10)

Suchen und Finden gehören zu unserem Leben wie Ein- und Ausatmen. Ein Leben lang sind wir auf der Suche nach dem, wovon wir träumen: Liebesglück, Familie, Freunde, Erfüllung im Beruf, Anerkennung, ein Zuhause, Sicherheit, Wohlstand. Wir sind bereit, dafür viel auf uns zu nehmen. Und nicht selten verlieren wir uns dabei selbst.

Der Dalai Lama beschreibt treffend, warum wir uns im Leben so anstrengen und dennoch das Glück des Lebens so oft verfehlen: „Der Mensch opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit zurückzugewinnen.

Er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießen kann. So lebt er weder die Zukunft noch die Gegenwart. Er lebt so, als würde er niemals sterben, und stirbt so, als hätte er nie gelebt.“
Aber wenn Suchen und Finden zu unserem Leben dazugehören, werden wir uns dann ein Leben lang verlieren auf der Suche nach dem ganz großen Glück?
Selbst Gott ist auf der Suche. Und zwar nach uns.

Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum er uns in Jesus nahegekommen ist. Er kommt, um uns dort zu suchen, wohin wir uns verrannt und verirrt haben. Er kommt, um uns ein neues Ziel zu setzen und uns dahin zu führen: die Seligkeit.
Was aber soll das sein? Seligkeit?

Wenn die Bibel von Seligkeit spricht, meint sie damit einen Zustand vollendeten Glücks, vollendeten Heil-Seins. Nichts mehr zu suchen, sondern gefunden zu haben. Zufrieden und dankbar zu sein mit dem, wer wir sind und was Gott uns geschenkt hat.

Zunächst wird uns gesagt, dass wir erst dann wirklich selig, das heißt vollendet und wunschlos glücklich sind, wenn wir im Himmelreich sind – also nach unserem Leben in der Nähe und Geborgenheit Gottes.
Jesus ist aber darüber hinausgegangen. Er zeigt uns auf, wie wir bereits im Hier und Jetzt diese Vollendung erleben können. Indem wir aufhören, immer nur an uns selbst zu denken.
Selig sind – so heißt es in der Bergpredigt – diejenigen, die ihr Augenmerk auf die anderen richten: Wer barmherzig ist und sanftmütig, wer um den Frieden kämpft und um anderer Menschen willen Verzicht übt, der findet Frieden und Erfüllung.

So und nur so finden wir Lebensglück – im Hier und Jetzt und auch später in der Vollendung bei Gott: „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück; denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eig’ne Herz zurück.“ (Marie Calm)