Sonntag Invokavit (1.Sonntag in der Passionszeit) - 22. Februar 2026

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1.Johannes 3,8b)

Es geht um Liebe, um Gerechtigkeit und Sünde. Es sind die zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte aktuellen Themen, die der 1. Johannesbrief aufgreift. Und es geht um das Bekenntnis zu Jesus, den Christus, den Gesalbten Gottes. Das zentrale Anliegen des Verfassers ist die Herstellung einer gemeinsamen Glaubensbasis, in der die Glieder der Gemeinschaft in Liebe zueinander verbunden sind.

Im Bekenntnis zu Jesus Christus bekennen sich Menschen zum Liebesgebot, wie es schon im Alten Testament formuliert ist und wie es auch von Jesus eingefordert wurde. „Du sollst deinen Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen“ und „du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Dieses Gebot ist dem Johannesbrief eine Selbstverständlichkeit, und daraus folgt die Notwendigkeit der Pflicht zum gerechten Handeln. Diese Pflicht gilt nicht nur innerhalb der Gemeinschaft, sie gilt dem Leben insgesamt, sie gilt gegenüber Gottes Schöpfung.

Gerade wegen unseres Bekenntnisses zu Jesus Christus wissen wir aber auch, dass wir dem hohen Anspruch des Doppelgebotes der Liebe nicht gerecht werden können. Wir kennen selbst unsere Fehler und unser Versagen, biblisch gesprochen unsere Sünden. Und es stellt sich die Frage, wie wir damit umgehen. Im Johannesbrief sind alle, die sich für sündlos halten, Lügner vor sich selbst und vor Gott. Die Existenz der Sünde in der Welt kann nicht geleugnet werden, und dennoch muss gelten, dass Gottes Schöpfung von Grund auf gut ist.

Das Bekenntnis zu Gott und zu Jesus Christus führt zu einem gerechten Handeln in Achtung vor Gott und den Geschwistern. In dieser Haltung und in dem Glauben an den bereits erschienenen Christus können wir versuchen, das Böse zu überwinden. Damit stellen wir uns in die Nachfolge Jesu, denn dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Die Möglichkeit zur Überwindung des Bösen haben wir jetzt schon, wir müssen nichts in die Zukunft vertagen. Denn wir wissen, dass wir von Gott sind. (1 Johannes 5,19)