Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Psalm 98,1)
Es gibt Melodien, die drängen sich in die Gedanken. Beim Spazierengehen und Wandern. Einfach so. Beim Schwimmen, beim Lesen. In unterschiedlichsten Stimmungen, sogar in der Erinnerung an bestimmte Momente.
Es gibt Lieder, die sich mit Lebensmomenten verbinden: Der Gesang beim ersten Tanz mit der Liebsten; das Lied, das bei der Trauerfeier für einen Freund eine tiefe Ruhe und Zuversicht auslöste und sich seither mit seinem Namen verbindet; eine gepfiffene Melodie nach erfolgreicher Prüfung; oder einfach nur ein laut gesungenes Halleluja auf dem Gipfel eines Dreitausenders. Und wer wollte nicht jubeln und singen vor Glück mit einem neugeborenen Kind auf dem Arm?
So verbinden sich Lieder und Melodien mit einem Lebenslauf. Und sogar erklärte Nichtsängerinnen und Nichtsänger fangen regelmäßig an, mehr oder weniger melodisch zu brummen, wenn sie „ihr“ Lied irgendwo hören oder erinnern.
Musik und Lebensmomente verbinden sich da. Musik und besondere Erlebnisse finden zueinander. Immer wieder. Auf wunderbare Weise erinnern wir durch die Musik das Erlebnis, ebenso finden wir durch die Erinnerung an Erlebtes auch zurück zur Musik.
Kantate! Singt! Das Wort kommt aus einem Psalm, es ist sein Beginn; und der Gedanke geht weiter: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!
"I raise a Halleluja" (Bethel Music) - Ich singe, auch im Angesicht allem Bösen, ich erhebe meine Stimme inmitten meines Zweifels und Unglaubens. Die mitreisende Melodie wird meine geistliche Waffe - mitten in den Stürmen des Lebens!
Lieder und Wunder, Lieder und Erlebnisse mit Gott und der Welt verbinden sich auch in diesem Psalm.
Der Psalmbeter führt ein paar Beispiele an: Gott bringt Heil – das lässt das Herz singen; Gott schafft Gerechtigkeit – das schenkt weltweit neuen Atem und neue Melodien; und in das Lob des Liedes stimmt die ganze Schöpfung mit ein. Ein wunderbarer Psalm ist das im Mai, wenn die ganze Schöpfung zu singen, zu tanzen scheint.
Die Musik, eine Lebensmelodie, ein paar Liedzeilen, es gibt sie, weil Gott Wunder tut.
Das Singen, die Musik ist eine Antwort auf wunderbare Erlebnisse, ist ein Ausdruck für das Unaussprechliche. Das finde ich den schönsten Gedanken in diesem Psalm: Wir singen, weil wir gar nicht anders können im Angesicht von Gottes Wundern, von wunderbaren Erlebnissen, die er uns schenkt. Und so wird Gottes Schöpfung nicht nur um uns sichtbar in diesen Maitagen, sondern sie klingt auch in uns an, verleiht uns eine Lebensmelodie. Neue Lieder sind uns dabei ein Zeichen für Gottes Wunderwirken im Jetzt und Hier. Wer singt, steht mitten im Wunder.