Sonntag Okuli (3. Sonntag in der Passionszeit) - 8. März 2026

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lukas 9,62)

Und der neue Tag beginnt. Gestern Abend noch schautest du zurück. Du weißt, dass das so sein muss und dass es euch bleiben wird. Gestern, vorgestern, du siehst all die Schritte, Spuren und Richtungen. Verrannt hattet ihr euch, und ihr habt rausgefunden. 

Verloren wart ihr, und ihr wurdet zurückgebracht. Es ist die krumme Ackerfurche des Menschseins, die du deutlich siehst. Ein paar Bilder davon nimmst du mit. Die sollen dir Wegweiser sein, und den anderen auch, für euern neuen Tag. Landkarten neuen Hoffens, für den Morgen danach, weil du nicht willst, dass ihr euch wieder verirrt.

Du weißt, dass du dich darum erinnern musst. Du musst sie mitnehmen, die Bilder, die euch das Menschsein zerstört haben. Und so siehst du die hohlen Gebärden der Mächtigen. Du hörst allzu laut das dumpfe Geschrei der Selbstbehauptung, das den anderen stets nur in den Dreck tritt. Hier, auf deiner Straße auch. Du erkennst die Ignoranz, die dazu führt, dass das eine Ackerfeld vertrocknet und das andere überschwemmt wird. Du weißt aber auch, dass die Frage, ob du noch eine Hand frei hast, an dich geht.

Das Feld liegt brach. Du siehst es vor dir. Vielleicht hattest du dich zu lange ausgeruht. Jetzt gibt es viel zu tun, an diesem neuen Tag. Die Richtung, in die du den Pflug zu ziehen hast, heißt bergan. Vielleicht führt sie darum wieder aufwärts, so lächelst du dir eine Brücke zurecht. Zurück ins Menschsein. Vielleicht ist das Menschsein wie ein Berg. Anstrengend ist es allemal, dorthin zu gelangen. Vielleicht siehst du sie erst von dort, die Brücken, Straßen, Schienen, die Dächer auf den Häusern, die Nahtstellen des Menschseins, die Kreuzwege, die euch alle verbinden.

Du weißt, dass die Furche, die du ziehst, in den Mühen der Ebene, dass die auch nicht geradeaus verlaufen wird. Aber lass dir deshalb nicht einreden, das Feld der Liebe wäre unfruchtbar geworden. Lass dir die Hoffnung auf Frieden nicht zur Naivität verunglimpfen. Lass dir nicht sagen, Realpolitik allein wäre das Maß eurer Schritte. Du weißt von deinem Blick, der weiter reicht. Du siehst eine blühende Welt. Und erwachendes Leben. Das Feld der Liebe, es wird dich reich machen. Du hast die Hand am Pflug. Mensch, schau jetzt nach vorn - auf Christus!